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Liebe Leserinnen und Leser,

der Sommer naht nicht nur, er ist schon da! Unsere Neuigkeiten aus dem Verband und aus der Sprachenbranche sind ebenso heiß wie die derzeitigen Temperaturen.

Trotz der sommerlichen Hitze setzen sich viele Ehrenamtler für die BDÜ-Mitglieder und den Berufsstand ein und arbeiten mit Hochdruck an den unterschiedlichsten Projekten. So ist es – neben der Leidenschaft, mit der wir unsere Berufe ausüben – nicht zuletzt auch deren Engagement, das mit der offiziellen Einführung des Weltübersetzertages durch die UN gewürdigt wird. Lesen Sie hier mehr darüber und lassen Sie uns wissen, was Sie als Dolmetscher und Übersetzer derzeit bewegt – entweder als Feedback an die Redaktion oder in unserem internen Forum MeinBDÜ.

Wir wünschen eine erfrischende Lektüre!

Aus dem Bundesvorstand

Frühjahrsversammlung in Potsdam

Der BDÜ Landesverband Berlin-Brandenburg hatte am 29./30. April die Delegierten der Mitgliedsverbände zur halbjährlichen Zusammenkunft nach Potsdam geladen. Hier fiel auch der offizielle Startschuss für das neue Corporate Design des Verbands (lesen Sie mehr dazu im MDÜ 2/17).

Neben den Berichten aus den unterschiedlichen Ressorts und den üblichen Abstimmungen standen weitere wichtige Themen auf der Tagesordnung: Wie bereits an verschiedenen Stellen berichtet steht derzeit angesichts der Bundestagswahlen im Herbst die politische Interessenvertretung im Fokus der Verbandsarbeit. Der Bundesvorstand informierte die Versammlung u. a. über die nächsten geplanten Gespräche und Aktionen.

Turnusgemäß stehen bei den Frühjahrssitzungen des BDÜ auch Wahlen an: Dr. Thurid Chapman, Ralf Lemster, Francisco J. Kuhlmann und Karl-Heinz Trojanus wurden in ihren Ämtern als Vizepräsidenten bestätigt. Weiterhin wurden RA Hermann Bauch zum stellvertretenden Vorsitzenden des Schiedsgerichts sowie Tatjana Dujmic und Susanne Schartz-Laux zu Kassenprüferinnen gewählt.

Als Ausgleich für die langen Sitzungsstunden konnten die Verbandsvertreter beim Besuch des Filmmuseums in 100 Jahre Traumfabrik Babelsberg eintauchen bzw. sich bei einem humorvollen Spaziergang im barocken Stadtkern von Potsdam umsehen.

Der auf der Mitgliederversammlung 2017 in Potsdam wiedergewählte Vorstand des BDÜ

Der neue (und alte) Bundesvorstand nach der Wahl (v.l.n.r): Catherine Stumpp, Karl-Heinz Trojanus, Ingrid Körber, André Lindemann, Monika Eingrieber, Cornelia Groethuysen, Marie-Thérèse Wagner, Ralf Lemster, Dr. Thurid Chapman, Francisco J. Kuhlmann

 

Goldene Ehrennadel für Präsident André Lindemann

Goldene Ehrennadel des BDÜ für André LindemannZur Eröffnung der Mitgliederversammlung wurde BDÜ-Präsident André Lindemann für seine mehr als 20 Jahre engagierter Verbandsarbeit geehrt. Peter Krachenwitzer, 1. Vorsitzender seines Heimatverbands Berlin-Brandenburg, überreichte ihm mit launigen Worten die Ehrenurkunde. Die Goldene Ehrennadel wurde ihm unter anhaltendem Applaus der Delegierten von der 2. Vorsitzenden Cornelia Benson angesteckt.


Parlamentarischer Abend des BVMW mit BDÜ in der Pole-Position

Als Mitglied der Mittelstandsallianz des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) nutzt der BDÜ rege die Möglichkeit zum Aufbau, der Pflege und der Vertiefung seiner politischen Kontakte. So auch beim Parlamentarischen Abend des BVMW am 18. Mai, bei dem der Verband mit Präsident André Lindemann und Vizepräsident Ralf Lemster vertreten war.

Mehr als 500 Teilnehmer aus Politik, diplomatischen Vertretungen und Wirtschaft netzwerkten bis in die späten Abendstunden.

BDÜ beim Parlamentarischen Abend des BVMWPünktlich zu diesem wichtigen Ereignis stellte der BVMW auch seinen 10-Punkte-Plan mit Forderungen an die Politik im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 vor. Der BDÜ sieht hier aufgrund seiner Mitgliederstruktur vor allem Handlungsbedarf in Bezug auf die Förderung Soloselbstständiger und der Schaffung für sie günstiger, effizienter Rahmenbedingungen.

Im „Walk of Mittelstand“ hatten sich André Lindemann und Ralf Lemster rechtzeitig den strategisch besten Platz zwischen Veranstaltungsraum und Buffet für den BDÜ-Stand im neuen Design gesichert.

Aus den Mitgliedsverbänden

Wahlen in Rheinland-Pfalz

Am 13. Mai trafen sich knapp 60 Mitglieder des BDÜ Landesverbands Rheinland-Pfalz in Worms zur Jahresmitgliederversammlung.

Dabei verabschiedeten sie diverse Änderungen in der Beitrags- und Mahnordnung, besetzten in Wahlen das Amt des Schatzmeisters neu und informierten sich über das Verbandsgeschehen auf Landes- wie auf Bundesebene.

Vorstand des BDÜ LV Rheinland-Pfalz

Małgorzata Urbańska wurde in ihrem Amt als 1. Vorsitzende bestätigt; Roman Zukowsky wurde zum Schatzmeister gewählt. Die 2. Vorsitzende Cinzia Pedoni-Geiger hat ihr Amt im vergangenen Jahr angetreten und steht erst im kommenden Jahr zur Wiederwahl. Anna Schneider schied aus dem Vorstand aus.

Fotoausstellung zum Nürnberger Prozess reist weiter

Fotoausstellung Nürnberger Prozess

„Das Fräulein mit der roten Jacke“
Foto: Ray D’Addario
Quelle: Nürnberger Stadtarchiv

 

 

Die vom BDÜ Landesverband Bayern auf Initiative von Dr. Theodoros Radisoglou konzipierte Fotoausstellung „Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess 1945/46“ wird noch bis zum 16. Juni im Landgericht Frankfurt gezeigt.

Der LV Hessen hat anlässlich seines 70-Jahr-Jubiläums die 40 Bilder des amerikanischen Armeefotografen Ray D'Addario umfassende und die Geburtsstunde des heute verbreiteten Simultandolmetschens dokumentierende Schau von seinem Schwesterverband in die hessische Finanzmetropole geholt. Die Fotografien, die auf eindrückliche Weise die Prozessatmosphäre einfangen, stammen aus dem Nürnberger Stadtarchiv und werden in der historischen Ausstellung mit dessen Genehmigung gezeigt.


Arbeitstreffen der §-Referenten: BDÜ-Initiativen für Ihr gutes Recht

Am Samstag, dem 21. Mai, kamen die Referentinnen und Referenten aus Bund und Ländern für das Dolmetschen und Übersetzen im juristischen Bereich zu ihrem halbjährlichen Treffen im thüringischen Erfurt zusammen. Besprochen wurden u. a. die nächsten Schritte für die geplante BDÜ-Initiative zur Vereinheitlichung der Beeidigungsvoraussetzungen in den Bundesländern. Ein Thema, das auch auf der Fachkonferenz Sprache und Recht (s. u.) für Diskussionsstoff sorgen dürfte.

Weiterhin sollen die Standards für die Übersetzung von Urkunden überarbeitet werden. Und nicht zuletzt stand die Arbeit an einer Stellungnahme des Verbands zur Überprüfung der Vergütungsregelungen des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes (JVEG) für Dolmetscher und Übersetzer auf der Tagesordnung.

Treffen der BDÜ-Referenten Gerichtsdolmetschen

Konferenzdolmetscher: Call for Action!

Der Verband der Konferenzdolmetscher (VKD) im BDÜ ruft zur Teilnahme an der noch bis zum 26. Juni laufenden Online-Umfrage im Rahmen einer gemeinsam mit der aiic Deutschland durchgeführten Marktstudie auf.

Aus der – selbstverständlich anonymen – Befragung sollen genauere Erkenntnisse zur Arbeitsweise der mehr als 1000 in Deutschland tätigen Konferenzdolmetscherinnen und -dolmetscher gewonnen werden. Welche Dienstleistungen erhalten die Kunden, welche Zusatzleistungen werden geboten (z. B. Konferenzorganisation), in welcher thematischen und veranstaltungsspezifischen Bandbreite wird gearbeitet, wie sehen die Verdienststrukturen aus?

Zu vielen dieser Fragen gibt es bisher keine fundierten Branchendaten, was mit dieser Initiative der beiden Berufsverbände geändert werden soll. Aus dem Überblick zur Situation auf dem deutschen Dolmetschmarkt erhoffen sich die Initiatoren zudem Hinweise auf künftige Tendenzen und Trends in dem Beruf.

Aus der BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft

Logo FSR 2017

Fast 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich bis zum Ende der Frühbucherfrist von einem facettenreichen, interessanten Programm für die Fachkonferenz Sprache und Recht am 14./15. Oktober in Hannover überzeugen lassen. Die Organisatoren freuen sich sehr über diesen großen Zuspruch.

Natürlich sind noch Plätze frei und weitere Besucher der Konferenz herzlich willkommen. Denn die Devise lautet: teilnehmen – mitreden – profitieren! Also am besten gleich hier anmelden!

Zur Rolle der Brückenbauer zwischen den Kulturen

Nun, da die Bedeutung der zwischen den Kulturen vermittelnden Kommunikatoren auch mit dem Weltübersetzertag offiziell anerkannt wurde (s. u. Beitrag zur UN-Resolution), kommt der neu im BDÜ-Fachverlag erschienene Band „Welten verbinden durch Übersetzen und Dolmetschen – 10 Statements zum Thema Interkulturelle Kommunikation“ gerade richtig.

Zwölf Autoren mit unterschiedlichen beruflichen Schwerpunkten und Erfahrungen haben hier den Bezug zwischen interkultureller Kommunikation und Sprachmittlung jeweils auf ihre eigene Art und Weise herausgearbeitet.

Aus der Branche

Weltübersetzertag von UN bestätigt

Nun ist es offiziell: Die tragende Rolle der Dolmetscher und Übersetzer für die Verständigung zwischen den Nationen und für den Weltfrieden wird jedes Jahr am 30. September gewürdigt. In Anerkennung dieser Verdienste erklärte die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 24. Mai mit ihrer Resolution dieses Datum zum Internationalen Tag der Übersetzung.

Inoffiziell wird der nach dem Schutzpatron der Übersetzer benannte „Hieronymustag“ schon länger genutzt, um die Leistungen professioneller Übersetzer und Dolmetscher ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Auch der BDÜ reiht sich mit diversen Veranstaltungen landesweit ein und verleiht an diesem Tag insbesondere seinen Hieronymuspreis, mit dem Unternehmen für ihre vorbildliche Zusammenarbeit mit Übersetzern und Dolmetschern ausgezeichnet werden (siehe dazu auch: „Wer wird 2017 Hieronymuspreisträger?“).

Mehr zu den diesjährigen Veranstaltungen demnächst auch auf der BDÜ-Website.

Mehr Dolmetscher und Übersetzer in Festanstellung

Seit mehreren Jahren entscheiden sich immer mehr Unternehmen und Organisationen für ihre eigenen festangestellten Sprachprofis. Dem BDÜ waren die vermehrten Ausschreibungen für solche Stellen in der Branche aufgefallen. Die Bestätigung für diesen Trend fand sich in den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Dolmetscher und Übersetzer nimmt stetig zu.

Dolmetscher und Übersetzer in Festanstellung

Places to be: Wo Freiberufler auf LSP-Auftraggeber treffen können

Die in erster Linie über die großen Übersetzungsunternehmen und -agenturen informierende englischsprachige Online-Newsplattform Slator hat mehrere Umfragen unter ihren Lesern durchgeführt.

Einige der Ergebnisse sind, wenn auch nicht repräsentativ, so doch für freiberuflich tätige Übersetzer und Dolmetscher nicht uninteressant: Beispielsweise nutzen laut einer dieser Leser-Umfragen die gemeinhin als LSP (Language Service Provider) bezeichneten Agenturen insbesondere Fachmessen (38 %) und danach erst Plattformen wie ProZ (21 %), um in Kontakt mit Freiberuflern zu kommen. Auf den weiteren Rängen folgen Empfehlungen (18 %) und Sonstige (9 %). Verbände und Universitäten (je 7 %) sind gleichauf.

Ebenso ist die Grafik zur Umfrage über die Abrechnungsarten recht informativ: Weltweit vorherrschend ist offenbar weiterhin die Abrechnung nach Wörtern (46 %), gefolgt von Projektpauschalen (26 %) und Stundensätzen (15 %).

Zwar ist die Infoplattform auf die Übersetzungsindustrie ausgerichtet und enthält teilweise bezahlte Beiträge von Großunternehmen der Branche, aber offenbar wird auch hier der Trend zur Vergabe von Großaufträgen an Freelancer wahrgenommen, wie erst kürzlich am Beispiel von Ausschreibungen des EU-Gerichtshofs oder der Europäischen Zentralbank ersichtlich.

Quelle: Slator - Reader Polls: How Translation Will Be Paid For and Where to Find Freelance Linguists (4. Mai 2017)

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