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Fotoausstellung in Würzburg über die Geburtsstunde des Simultandolmetschens

Im Landgericht Würzburg ist die Fotoausstellung „Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess“ des des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) vom 11.11.2015 bis 7.1.2016 zu sehen. Die Bilder zeigen eindrücklich die Atmosphäre und wie die Dolmetscher erstmals simultan mit Mikrofon und Kopfhörer arbeiteten. Die Fotografien des amerikanischen Armeefotografen Ray D’Addario aus den Jahren 1945 bis 1946 verdeutlichen, was die Sprachmittler damals, so kurz nach dem zweiten Weltkrieg, leisteten. 

Der Nürnberger Prozess zog sich vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 hin. 24 Angeklagte und mindestens ebenso viele Verteidiger standen Anklägern aus vier Nationen gegenüber. Vier Rechtssysteme mussten in vier Sprachen aufeinander abgestimmt werden: Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch. Eine der großen Herausforderungen war dabei der Faktor Zeit. Es galt, schnell und effektiv in vier Sprachen zu kommunizieren.

Neue Dolmetschtechnik
Eine neu entwickelte Dolmetschanlage brachte die Lösung. Erstmals arbeiteten Dolmetscher mithilfe von Mikrofon und Kopfhörer simultan. Beim Simultandolmetschen hört und spricht ein Dolmetscher gleichzeitig - eine intellektuelle Höchstleistung. Üblich war bis zu diesem Zeitpunkt das zeitversetzte, auch "konsekutiv" genannte, Dolmetschen. Der Nürnberger Prozess gilt daher als die Geburtsstunde des Simultandolmetschens.

Der BDÜ Landesverband Bayern hat die Ausstellung im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Damit will der Verband die Leistungen der Dolmetscher und Übersetzer im Nürnberger Prozess aufzeigen und die Bedeutung des Berufsstandes für die Justiz transparent machen. Die Idee und das Konzept zur Ausstellung entwickelte Dr. Theodoros Radisoglou, staatlich geprüfter Dolmetscher und Übersetzer, Mitglied des BDÜ Landesverbandes Bayern.

Der Fotograf Ray D'Addario und seine Bilder
Ray D'Addario (1920 - 2011) kam als US-amerikanischer Militärfotograf im Jahr 1945 mit dem Auftrag nach Nürnberg, den Kriegsverbrecherprozess fotografisch zu dokumentieren. Die Bilder der BDÜ-Fotoausstellung beruhen auf den Aufnahmen D'Addarios. Hier als Beispiel eine der Fotografien, das den Titel "Das Fräulein mit der roten Jacke" trägt. Es zählt mit zu den schönsten Exponaten der BDÜ-Fotoausstellung.

Quelle: Informationen des BDÜ MV Bayern vom 16.11.2015, www.bdue-bayern.de


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