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Sprachverfall oder Sprachwandel der deutschen Sprache?

Das Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim diskutiert vom 12. bis 14. März 2013 in Mannheim über die Entwicklung der deutschen Sprache. Gibt es eine Veränderung, die von Laien häufig als Sprachverfall wahrgenommen wird, oder handelt es sich um Variationen und Sprachwandel?

Wenn Menschen außerhalb der Sprachwissenschaft über Sprache diskutieren, vertreten sie häufig die Annahme, dass es mit der Sprache bergab gehe. Als Beweise für den vermuteten „Sprachverfall“ führen sie häufig Anglizismen, Neue Medien, Schülerleistungen oder die Orthografie an. Linguistische Laien neigen dazu, Sprache als etwas Homogenes zu sehen, das stabilen Normen unterliegt. In einer im Jahr 2008 im Auftrag des Instituts für Deutsche Sprache und der Universität Mannheim durchgeführten Repräsentativumfrage gaben 29,5 Prozent der Befragten unter 60 Jahren an, sie fänden die derzeitige Entwicklung der deutschen Sprache besorgniserregend. Bei den über 60-Jährigen waren es sogar 38,8 Prozent.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht fällt die Mehrzahl der Phänomene, die Anlass für sprachkritische Debatten der Öffentlichkeit geben, unter die Kategorien Variation und Sprachwandel. Das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim www.ids-mannheim.de widmet sich auf seiner 49. Jahrestagung in 15 Vorträgen und einer Podiumsdiskussion diesen Beobachtungen. Die Tagung untersucht folgende Fragen: An welchen Systemstellen gibt es welche Art von Wandel und Variation?

Sind die gegenwärtig ablaufenden Sprachwandelprozesse im historischen Vergleich außergewöhnlich, etwa hinsichtlich Umfang und Dynamik?Wie sind diese Prozesse methodisch vernünftig zu erfassen und zu beschreiben? Welche Technologien sind dafür erforderlich? Wie müssen beispielsweise entsprechende Korpora beschaffen sein?Wie sind die Laienwahrnehmungen aus linguistischer Perspektive zu beurteilen (etwa der Simplifizierungs-Topos oder der Dialektabbau-Topos)?Welche systematische Relevanz haben die von Laien wahrgenommenen sprachlichen Veränderungen? Aber auch: Welche sprachsoziologische Relevanz haben sie?

Quellen: www.ids-mannheim.de, www.idw-online.de


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