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Liebe Leserinnen und Leser,

wie wichtig Sprachprofis in der internationalen Kommunikation sind, wird oft erst deutlich, wenn sie fehlen. So blamierte sich die ARD ordentlich, als ausgerechnet die Reden des südkoreanischen OK-Chefs Lee Hee-beom und des Staatspräsidenten Moon Jae-in zur Eröffnungsveranstaltung der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang mangels eines Koreanisch-Dolmetschers nicht ins Deutsche übertragen werden konnten.

Nur wenige Tage später sorgte der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki bei seinem Auftritt auf der Münchner Sicherheitskonferenz für deutliche Verstimmungen in den polnisch-israelischen Beziehungen, weil er den Journalisten nicht in seiner Muttersprache, sondern auf Englisch Antwort und Rede stand. Fest steht: Gerade im Kontext solch hochsensibler Themen ist eine professionelle Übertragung von einer Sprache in die andere von größter Bedeutung. Dies gilt natürlich auch für viele andere Bereiche, nicht zuletzt bei den Sicherheitsbehörden.

Lesen Sie mehr dazu in unserer aktuellen Newsletterausgabe. Wie immer freuen wir uns über Rückmeldungen an die Redaktion und

wünschen eine aufschlussreiche Lektüre!

Aus dem Bundesvorstand

Qualifizierte Dolmetscher und Übersetzer in der Polizeiarbeit

Sobald fremde Sprachen in den Ermittlungen der unterschiedlichen Polizeibehörden eine Rolle spielen, ist man dort auf die Dienste von professionellen Dolmetschern und Übersetzern angewiesen. Deshalb leistet der BDÜ auch hier kontinuierliche Aufklärungsarbeit und unterstützt entsprechende Forschungsprojekte.

Partner der Ermittlungsbehörden

Bereits zum dritten Mal war der BDÜ Anfang Februar mit einem eigenen Informationsstand auf dem Europäischen Polizeikongress in Berlin vertreten.

Ein kompetentes Team (Foto v.l.n.r.: Vizepräsidentin Catherine Stumpp, Svetlana Altuhova-Ossadnik vom LV BB, Brigita Balkytė vom LV NRW und Peter Krachenwitzer ebenfalls vom LV BB) gab im Rahmen des alljährlich als „Informations- und Kontaktplattform für Entscheidungsträger der Polizeien und Sicherheitsbehörden“ organisierten Kongresses den Auftraggebern aus den Strafverfolgungsbehörden Auskunft darüber, wie und wo sie geeignete Dolmetscher und Übersetzer finden und wie bspw. vermieden werden kann, dass die Zulässigkeit von Beweismitteln bereits im Ermittlungsverfahren durch den Einsatz von für diese Tätigkeiten unqualifizierten Dolmetschern und Übersetzern gefährdet wird.

Erfahrung von Dolmetschern bei Vernehmungen gefragt

Die Zusammenarbeit von Dolmetschern und Polizeibehörden in mehrsprachigen Ermittlungsverfahren ist auch Thema eines anstehenden empirischen Forschungsprojektes an der Ruhr-Universität Bochum. Im Rahmen seines Master-Studiums „Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft“ führt Lukas Jakubczak im April eine Online-Umfrage durch.

Ziel des Projektes „Polizeivernehmungen mit Dolmetschern“ ist es, mit Hilfe des Web-Fragebogens die Erfahrungen der Dolmetscherinnen und Dolmetscher, die bereits bei polizeilichen Vernehmungen von nicht Deutsch sprechenden Personen mitgearbeitet haben, zu erheben. Daraus sollen in der Folge Vorschläge für eine Optimierung herausgearbeitet werden.

Die Befragung erfolgt anonym und freiwillig und wird in Eigenverantwortung durchgeführt.

Der BDÜ unterstützt das Projekt und ruft die im Verband organisierten Mitglieder mit Erfahrungen in diesem Tätigkeitsfeld zur Teilnahme auf. Zum Ablauf ist demnächst sowohl im Mitgliederforum MeinBDÜ als auch in der Fachzeitschrift MDÜ Näheres zu erfahren. Nach Abschluss des Projektes sollen auch die Ergebnisse im MDÜ veröffentlicht werden.


Verband nimmt GroKo-Vertragsentwurf unter die Lupe

Gleich nach Veröffentlichung des von Union und SPD aufgesetzten Koalitionsvertrags nahm der BDÜ eine erste Analyse des Entwurfs vor.

Der Vertrag wurde vor allem im Hinblick auf die Punkte durchleuchtet, welche für die vertretene Berufsgruppe besonders relevant sind. Einige Aspekte – insbesondere hinsichtlich der sozialen Absicherung von Selbstständigen –, zu denen der BDÜ als größter deutscher Berufsverband der Branche bereits im Vorfeld der Bundestagswahl intensive Gespräche mit Vertretern unterschiedlicher Parteien geführt hatte, fanden sich dort wieder. In seiner Medieninformation nahm der Verband Stellung dazu.

Die weiteren Entwicklungen zur Umsetzung der in dem Papier genannten Absichten wird der BDÜ selbstverständlich genau beobachten und die gesetzten Ziele im Sinne seiner Mitglieder und des Berufsstands entschlossen weiterverfolgen.


Die Kunden im Blick: Weiterentwicklung der Online-Suche

Über die bewährte Online-Datenbank des BDÜ mit praktischen Filterfunktionen nach Sprache und Fachgebiet finden die passenden Partner für erfolgreich umgesetzte multilinguale Projekte zusammen. Um das webbasierte Mitgliederverzeichnis, in dem Auftraggeber gezielt nach qualifizierten und auf ihren individuellen Bedarf spezialisierten Kommunikationsprofis suchen können, an die sich fortlaufend verändernden Bedingungen anzupassen und besonders kundenfreundlich zu gestalten, trafen sich Vertreter der einzelnen BDÜ-Mitgliedsverbände und des Bundesvorstands zu einer Klausur. Es wurden zahlreiche bereits im Vorfeld gesammelte Vorschläge aus der Mitgliedschaft und auch aus Kundensicht diskutiert.

Die Ergebnisse des Workshops können Mitglieder in MeinBDÜ einsehen. Die formulierten Ziele und daraus folgenden nächsten Schritte zur Weiterentwicklung werden nun in verschiedenen Gremien auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft. Wir werden weiter berichten.


Neue außerordentliche Mitglieder im BDÜ

Auf Beschluss der Mitgliederversammlung des BDÜ wurden der Sprachendienst des Bundesministeriums des Inneren sowie das Fremdspracheninstitut der bayerischen Landeshauptstadt München (FIM) als außerordentliche Mitglieder in den Verband aufgenommen.

Mit dem Sprachendienst des BMI und dem Fremdspracheninstitut FIM zeigen weitere wichtige Institutionen Interesse an den Zielen und Aufgaben des Verbandes, tragen mit ihrer außerordentlichen Mitgliedschaft zur Förderung des Berufsstands von Dolmetschern und Übersetzern bei und profitieren zugleich von einer Reihe von Vorteilen.

Aus den Mitgliedsverbänden

Vorstandswahlen in vier BDÜ-Mitgliedsverbänden

Gleich in drei Landesverbänden und dem Verband der Konferenzdolmetscher (VKD) im BDÜ standen bei den Jahresmitgliederversammlungen Vorstandswahlen auf dem Programm.

Landesverband Nord

Nachdem Dr. Dietrich Herrmann, Jacqueline Breuer und Tatjana Heckmann nicht erneut für den Vorstand des 2014 zur Stärkung der Berufsvertretung und als Neubeginn im Nordwesten der Republik erweiterten BDÜ Nord kandidiert hatten, wählte die JMV am 24. Februar in Hannover die bisherige 2. Vorsitzende Catherine Stumpp zur 1. Vorsitzenden, Michael Kegel zum 2. Vorsitzenden sowie Ilka Waßmann zum Vorstandsmitglied für das Ressort Weiterbildung. Darüber hinaus wurde Hans Christian von Steuber in seinem Amt als Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit bestätigt. Die Amtszeit der im letzten Jahr gewählten Schatzmeisterin Solveig Allendorf ist erst zur Hälfte vorbei.

Das Ressort Öffentlichkeitsarbeit wird weiterhin von Jacqueline Breuer als Referentin unterstützt, die sich verstärkt auch im Bereich Mentoring und wie bisher bei der Organisation von Veranstaltungen engagiert.

Verband der Konferenzdolmetscher im BDÜ

Wie bereits im letzten Newsletter berichtet hat auch der BDÜ-Fachverband der Konferenzdolmetscher sich bei seiner JMV am 27./28. Januar in Nürnberg personell neu aufgestellt.

Mit Karin Walker übernimmt die bisherige stellvertretende Vorsitzende für die nächsten drei Jahre die Führung des Verbandes von Beatrix Luz, die auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde Beatriz Quintanero Raposo gewählt. Claudia Mohr übernimmt die Position der Ersten Beisitzerin, Lena Skalweit wurde zur Zweiten Beisitzerin und Charlotte Benner zur Dritten Beisitzerin gewählt. Schatzmeisterin ist Sarah Osterberg. Alexander Gansmeier wurde in seiner Funktion als Leiter der Geschäftsstelle bestätigt.

Landesverband Saar

Auch in Saarbrücken standen am 24. Februar Wahlen an. Im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung im Victor's Residenz-Hotel am Rodenhof wurde der bisherige Vorstand in seinen Ämtern bestätigt.

Dazu konnten zwei – bisher längere Zeit vakante – Ressorts wieder besetzt werden: Marie-Laure Masson betreut künftig als Vorstandsmitglied die Weiterbildungsangebote im LV Saar, Johanna Barra fungiert hauptamtlich als neue Schatzmeistern.

Darüber hinaus erklärten sich mehrere Kolleginnen und Kollegen bereit, als Referenten für verschiedene Aufgaben zuzuarbeiten.

Landesverband Berlin-Brandenburg

Über die Mitgliederversammlung des BDÜ Berlin-Brandenburg am 20. Januar haben wir ebenfalls schon in unserer letzten Ausgabe informiert.
Nachdem Mirka Kozak und Zehra Kübel auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden sind, setzt sich dieser nun wie folgt zusammen:

Peter Krachenwitzer (im zweiten Wahlgang als 1. Vorsitzender bestätigt, kommissarisch: Öffentlichkeitsarbeit), Stephan Gottschalk (Veranstaltungen) und Dr. Wlodzimierz Kowalski (Schatzmeister) wurden für zwei Jahre wiedergewählt.

Neue Vorstandsmitglieder sind Svetlana Altuhova-Ossadnik (D/Ü bei Justiz, Behörden und öffentlichen Einrichtungen), Dr. Luisa Callejón (Rundbrief), Denise Hänle (Fortbildung) und Anne Warwas (Social Media). Mit Cornelia Benson (2. Vorsitz und Geschäftsführung) und Christin Dallmann (D/Ü bei Justiz, Behörden und öffentlichen Einrichtungen), die bereits 2017 gewählt wurden, verteilt sich die Vorstandsarbeit des Landesverbandes nun auf neun Personen.

Aus der BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft

Anzeigenrabatt für BDÜ-Mitglieder in der Neuen Juristischen Wochenschrift

Auch in diesem Jahr führt der BDÜ seine Kooperation mit der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) fort. Die Ausgabe vom 19. April 2018 erscheint wieder mit dem bewährten Rubrikschwerpunkt Dolmetscher und Übersetzer und wird in seiner Gesamtauflage die druckfrische Fachliste Recht 2018/2019 des BDÜ als Beileger enthalten.

Die vom bekannten Verlag C.H. Beck herausgegebene führende Fachzeitschrift für Juristen, die wöchentlich mehr als 80.000 Leser erreicht, informiert darin über die Leistungen juristischer Dolmetscher und Übersetzer. In diesem Umfeld kommt eine Anzeige besonders gut zur Geltung.

BDÜ-Mitglieder können hier mit 10 % Sonderrabatt inserieren und die hohe Aufmerksamkeit nutzen, die dem Schwerpunkt zuteil wird.

Anzeigenschluss ist der 22. März 2018.

Details zu den Anzeigenpreisen und Druckdaten sowie die Kontaktdaten für die Anzeigenschaltung finden Interessierte in MeinBDÜ.

Aktuelle Webinare zu ausgewählten Themen

 

BDÜ-Fortbildungsangebote im März:

Aus der Reihe „Word aufgeweckt“:
07.03.2018:
Texteingabe wie von Zauberhand
21.03.2018:
Dokumentvorlagen haben’s in sich

12.03.2018:
Die Künstlersozialkasse (KSK) – Wichtige soziale Absicherung und/oder Wettbewerbsnachteil?

Aus der Reihe „Erneuerbare Energien“:
13.03.2018:
Netzgebundene Photovoltaikanlagen (ohne Speicher)
15.03.2018:
Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher
20.+22.03.2018:
Windkraft

23.03.2018:
Scheinselbständigkeit und arbeitnehmerähnliche Selbständigkeit in der Sozialversicherung
     

Neben diesen nützlichen Online-Weiterbildungsangeboten können auch die bewährten kostenlosen Webinarreihen zu SDL Trados, memoQ, STAR Transit und Across auf der Website unter BDÜ-Webinare gebucht werden.

Für weiterführende Auskünfte können Sie sich zudem gerne an service@bdue.de wenden.

Aus der Branche

Schutz von Dolmetschern in Konfliktzonen

Ende Januar fand im Europäischen Parlament eine fraktionsübergreifende Anhörung zu diesem Thema statt. Eine der dort erhobenen Forderungen war die Ergänzung der Maßnahmen einzelner Mitgliedsstaaten durch Aktionen der Europäischen Union.

Seit vielen Jahren unterstützt der BDÜ nicht nur vielfältige Petitionen und andere Bestrebungen zu einem besseren Schutz von Dolmetschern in Konfliktzonen und Krisengebieten, er wird in Einzelfällen auch ganz konkret aktiv – wie beispielsweise im Frühjahr 2016 im Fall des für die kanadischen Truppen tätigen afghanischen Dolmetschers James Akam (s. Facebook-Post). Dieser lebt inzwischen mit seiner ebenfalls aus Afghanistan nachgezogenen Familie in Kanada.


Digitale Dolmetscher und übersetzende Computer

Wie wird die weltweite Kommunikation und die Verständigung zwischen Sprechern unterschiedlicher Sprachen von der in hohem Tempo immer weiter fortschreitenden Digitalisierung beeinflusst? Welche Auswirkungen hat all dies auf die Zukunft der Dolmetscher- und Übersetzerberufe? Disruptive Technologien beherrschen die Schlagzeilen auch in unserer Branche. Maschinelle Übersetzung, Apps für mobile Endgeräte, Spracherkennung, Post-Editing sowie deren Vor- und Nachteile werden heiß und kontrovers diskutiert.

Mit diesem Thema befasste sich auch der Radiobeitrag des BR2 „Digitale Dolmetscher: Taugen Computer als Übersetzer?“ am 30. Januar. Dabei äußern sich Experten unterschiedlicher Fachgebiete zu Möglichkeiten und Gefahren dieser Entwicklungen.

Wie ist Ihre Meinung dazu?

Zum Internationalen Tag der Muttersprache

Sprachliche und kulturelle Vielfalt repräsentieren universelle Werte, die Einheit und Zusammenhalt einer Gesellschaft stärken.

Der von den Vereinten Nationen ausgerufene und seit dem Jahr 2000 begangene Internationale Tag der Muttersprache (21. Februar) erinnert an die Bedeutung des Kulturgutes Sprache. Er soll die Sprachenvielfalt und den Gebrauch der Muttersprache fördern und das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken.

Mehrere Initiativen stellen in diesem Sinne den Sprachenschutz in den Mittelpunkt: So kann zum Beispiel noch bis zum 1. April die europäische Initiative zum Schutz der Minderheitensprachen in der EU unterzeichnet werden.
Auch die Salzburger Deklaration für eine mehrsprachige Welt fordert Richtlinien, die auf Mehrsprachigkeit abzielende Sprachenrechte garantieren.

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