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Liebe Leserinnen und Leser,

die Nachrichten aus unserem Verband erreichen Sie diesmal an einem besonderen Tag: Die Reformation feiert ihr 500-jähriges Jubiläum und einmalig feiern wir diesmal bundesweit alle mit. Die Lutherbibel und ihre Überarbeitung war passend zum Reformationsjahr auch Thema des Vortrags bei unserer Festveranstaltung zum Hieronymustag in Erfurt. In der aktuellen Newsletter-Ausgabe erfahren Sie weiter Interessantes zu den Aktivitäten des BDÜ. Zudem haben wir Tipps und Hilfreiches zur Erleichterung des Arbeitsalltags für Sie zusammengestellt.

Wie immer freuen wir uns auf Feedback an die Redaktion oder in unserem internen Forum MeinBDÜ.

Wir wünschen am Feiertag besonders viel Muße beim Lesen der herbstlich bunten Beiträge!

Aus dem Bundesvorstand

Politische Forderungen im Fokus rund um die Bundestagswahl

Bereits im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 hatte der BDÜ – zum Teil im Schulterschluss mit verschiedenen Mittelstands- und Selbstständigenverbänden – seinen Forderungen nach verbesserten Rahmenbedingungen für Selbstständige und Freiberufler Nachdruck verliehen. Eines der zentralen Felder ist hier die gerechtere Behandlung bei den Sozialversicherungsbeiträgen wie z. B. in der gesetzlichen Krankenversicherung oder der Altersvorsorge.

Dazu und zu weiteren Themen hatten sich BDÜ-Präsident André Lindemann und Vizepräsident Ralf Lemster bereits Ende August bei der Strategiesitzung der Mittelstandsallianz des BVMW – Bundesverband mittelständische Wirtschaft mit weiteren Mittelstandsvertretern ausgetauscht. Auch beim Fachgespräch zur Altersvorge beim Rentenwerk war der BDÜ dabei.

Zudem hat das MDÜ in einer kostenlosen Leseprobe (aus Heft 4/2017) die Positionen der Parteien zum Thema Sozialversicherung für Selbstständige zusammengestellt. Was davon nach der noch ausstehenden Regierungsbildung wie umgesetzt wird, ist noch nicht absehbar und hängt selbstverständlich auch von den Konstellationen in der Bundesregierung und im Parlament ab. Sicher ist: Der BDÜ wird sich weiter für die Interessen seiner Mitglieder und für die des Berufsstands einsetzen. Aber auch die Betroffenen selbst können sich einbringen, beispielsweise mit der Zeichnung der Petition des VGSD.


Expertentreffen in Hannover: Erfolgreiche BDÜ-Fachkonferenz Sprache und Recht

 

Mehr Fotos in unserer Bildergalerie.

Am Wochenende vom 14./15. Oktober trafen sich im Hannover Congress Centrum rund 450 auf das Fachgebiet Recht spezialisierte Sprachexperten aus 16 Ländern. Auf dem Programm standen 60 Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen – eine hervorragende Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Viele Stimmen berichteten u. a. in den Social-Media-Kanälen begeistert von der Tagung.

Berufspraktisches erfuhr das internationale Publikum zu so vielfältigen Themen wie „Leichte Sprache“, Stressmanagement in schwierigen Gesprächen bei Polizei und Gericht, zu Stolpersteinen bei der Übertragung von Schimpfwörtern oder zur Frage nach dem Urheberrecht bei Übersetzungen. Aber auch die Berufspolitik kam nicht zu kurz: In mehreren Dikussionsrunden ging es um die angemessene Honorierung der anspruchsvollen Tätigkeiten, die Förderung des Berufsnachwuchses oder auch qualitätssichernde Bestrebungen in Richtung einer Angleichung der Beeidigungsvoraussetzungen in den Bundesländern. Einen Überblick über die technischen Entwicklungen und den sinnvollen Einsatz der digitalen Hilfsmittel konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Vorträgen zu fachbezogener Software und deren Anwendungsmöglichkeiten verschaffen.

„Die Branche braucht solche Konferenzen, um Entwicklungen aufzuzeigen, Forderungen an den Berufsverband und die Politik zu formulieren und die einzelnen Akteure zu einem Austausch zusammenzubringen. Wir freuen uns, dass unser Angebot so positiv angenommen und genutzt wurde. Zwei Tage lang wurde intensiv diskutiert, aber auch das gerade für Freiberufler so wichtige Networking kam nicht zu kurz“, so das Fazit von BDÜ-Präsident André Lindemann.

Wer nicht teilnehmen konnte oder zu bestimmten Themen etwas nachschlagen möchte, kann sich den Tagungsband mit umfassender Dokumentation übrigens beim BDÜ Fachverlag bestellen. Und auch im in wenigen Tagen erscheinenden Heft 5/2017 des MDÜ wird ausführlich berichtet.


BAMF startet Videoschulung für Sprachmittler

Gemeinsam mit dem BDÜ hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Schulungsmodule für die dort eingesetzten Sprachmittler entwickelt. Mit dem Online-Training „Dolmetschen im Asylverfahren“ werden sie in Videosequenzen standardisiert über die wichtigsten Aspekte ihrer Tätigkeit für das BAMF informiert.

Schwerpunkte der Schulung sind die Spezifika des Asylverfahrens und die Rolle, welche die Sprachmittler dabei einnehmen, der Umgang mit belastenden Situationen sowie grundlegende Techniken beim Dolmetschen. Der anschließende interaktive Prüfungsteil dient der Festigung des erlernten Wissens. Weiterhin werden zurzeit die Möglichkeiten für ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem BDÜ abgehaltene Präsenztrainings geprüft.

Neben der Etablierung eines Beschwerdemanagementsystems und dem verpflichtenden Nachweis von Deutschkenntnissen auf Sprachniveau C1 hat das BAMF damit – auch in der Konsequenz von Fällen wie dem des rechtsextremen Bundeswehrsoldaten Franco A., der sich als syrischer Flüchtling ausgegeben hatte – seine Verfahren zum Einsatz der Sprachmittler neu geordnet.
Näheres auch in der Pressemitteilung des BAMF.

Hinweise auf die Bestrebungen der Behörde, die Qualität der wichtigen Dolmetschleistungen zu verbessern, gibt auch die jüngste Ausschreibung für eine befristete Festanstellung, wonach Sprachmittler für Amharisch, Arabisch, Dari, Farsi, Kurdisch, Mazedonisch, Paschtu, Russisch, Serbisch, Somali, Tigrinya und Urdu gesucht werden.

Herbstzeit ist Messezeit

BDÜ auf der Frankfurter Buchmesse wie gewohnt mit einem zusammen mit dem Literaturübersetzerverband VdÜ betriebenen Gemeinschaftsstand als Teil des Forums „Weltempfang“ ...

 ... und mit kompetenten Ansprechpartnern auf der Fachmesse tekom in Stuttgart, die auch das breit gefächerte Programm an Publikationen des BDÜ Fachverlags präsentierten.

Auch auf weiteren Messen wird der BDÜ in diesem Herbst vertreten sein, so z. B. am 8./9. November auf der ConSozial in Nürnberg. Besucher werden an Stand 4A-510 sachkundig beraten.


Nachwuchs für das Gebärdensprachdolmetschen

Am 21. Oktober erhielten die ersten Absolventen des weiterbildenden Studiengangs „Gebärdensprachpädagogik“ sowie der dritte Absolventenjahrgang von „Taube Gebärdensprachdolmetscher“ des Zentrums für Weiterbildung an der Universität Hamburg ihr Abschlusszertifikat. Während im Pädagogik-Studiengang hauptsächlich Frauen vertreten waren, schlossen den GSD-Studiengang in etwa gleich viele Frauen wie Männer ab.

Insbesondere Gebärdensprachpädagogen werden bundesweit händeringend gesucht; bei der frühkindlichen Bildung und Beratung von Eltern der betroffenen Kinder leisten sie eine immens wichtige Arbeit. Um dem Mangel Abhilfe zu schaffen, haben Prof. Dr. Christian Rathmann von der Humboldt-Universität Berlin sowie Prof. Dr. Barbara Hänel-Faulhaber von der Universität Hamburg den Weiterbildungsstudiengang initiiert. Nun konnten sie den ersten Absolventen ihre Universitätszertifikate in Anwesenheit einer Reihe von Vertretern aus den verschiedenen Gerhörlosen(berufs)verbänden überreichen. Den BDÜ vertrat bei den Abschlussfeierlichkeiten Catherine Stumpp, Vizepräsidentin und zweite Vorsitzende des LV Nord.

Aus den Mitgliedsverbänden

Hieronymustag 2017: BDÜ feierte mit Landesverbänden und Regionalgruppen

Der BDÜ nutzte auch in diesem Jahr den im Mai von den Vereinten Nationen offiziell zum „Internationalen Tag des Übersetzens” erklärten Aktionstag, um das professionelle Dolmetschen und Übersetzen in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Bei der zentralen BDÜ-Veranstaltung, zu welcher der LV Thüringen bereits am 29. September in den Luthersaal des Augustinerklosters nach Erfurt geladen hatte, stand u. a. der Vortrag „Luthers Bibelübersetzung und ihre Revision 2017” des renommierten Bibelexperten Dr. Christoph Kähler auf dem Programm.

Zuvor wurde der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalig Jugoslawien (International Criminal Tribunal of the former Yugoslavia, ICTY) für seine beeindruckenden Leistungen im Bereich der mehrsprachigen Kommunikation ausgezeichnet. Seit seiner Gründung im Jahr 1993 waren durchschnittlich 10 % der Mitarbeiter mit Dolmetschen und Übersetzen beschäftigt; sie kamen dabei auf beachtliche 79 000 Stunden Simultandolmetschen und rund eine Million übersetzter Seiten. In seiner Dankesrede bezeichnete der oberste Verwaltungschef der Behörde John Hocking die Auszeichnung als krönenden Abschluss der fast 25 Jahre dauernden aufklärenden Arbeit des Strafgerichtshofs, der im Dezember seine Tore schließen wird.

BDÜ Hieronymuspreis 2017: (v.r.n.l.) John Hocking, Beigeordneter Generalsekretär der Vereinten Nationen und oberster Verwaltungschef des ICTY, Maja Ružić, Leiterin des Konferenz- und Sprachendienstes des ICTY, und André Lindemann, Präsident des BDÜ    

 

 

 

Die Berufe standen jedoch nicht nur in Thüringen im Rampenlicht. Der LV Hessen stellte anlässlich seines 70-jährigen Bestehens mit der Filmreihe „drunter und drüber“ das Untertiteln und Synchronisieren in den Fokus. Und auch in der Bundeshauptstadt ging es um Filmisches: Der LV Berlin-Brandenburg zeigte im Rahmen eines Gesprächsabends den Dokumentarfilm „Juri Elperin – Der Übersetzer“.

Die RG Heidelberg/Mannheim richtete in einer ganz besonderen Aktion den Spot und die Kameras auf Übersetzer und Dolmetscher und veranstaltete auf dem Mannheimer Bahnhofsvorplatz einen Freeze-Mob.

Ausführlichere Informationen mit Links zu den Medienmitteilungen und zum Freeze-Mob auf Storify gibt's auf www.hieronymustag.de.


Bayerische Justizmedaille für Dr. Theodoros Radisoglou

Am 9. Oktober erhielt BDÜ-Mitglied Dr. Theodoros Radisoglou im Königssaal des Oberlandesgerichts Nürnberg die Medaille für Verdienste um die Bayerische Justiz (siehe auch Pressemitteilung des Ministeriums).

Ausgezeichnet wurde er gemäß Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback für seine tatkräftige Förderung der guten und professionellen Zusammenarbeit zwischen Dolmetschern, Übersetzern und den bayerischen Gerichten und insbesondere für die von ihm konzipierte Fotoausstellung des BDÜ Bayern zur Rolle von Dolmetschern und Übersetzern bei den Nürnberger Prozessen, die nach verschiedenen Stationen auch in Hannover bei der BDÜ-Fachkonferenz Sprache und Recht (s. o.) zu sehen war.

Gelungene PR-Arbeit

Einen ausführlichen Beitrag konnten die PR-Verantwortlichen des BDÜ Bayern im Mittelstandsmagazin Bayern platzieren.

Darin werden die Vorteile einer Beauftragung von professionellen Übersetzern dargestellt. Insbesondere mittelständische Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen auch international vermarkten wollen, erfahren in dem Artikel, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Übersetzern und Dolmetschern aussehen sollte und was es zu beachten gilt. Der Beitrag war auch Teil des Oktober-Newsletters des BVMW und enthielt u. a. Tipps zur reibungslosen Abwicklung solcher Aufträge.

Nich nur bayerische Unternehmen können ihre internationale Kommunikation den qualifizierten und auf viele Fachgebiete spezialisierten BDÜ-Mitgliedern anvertrauen, die in der bewährten Online-Datenbank zu finden sind.


Neuer Vorstand in Rheinland-Pfalz

Kurz vor Redaktionsschluss erreicht uns die Meldung, dass in Rheinland-Pfalz am Samstag, dem 28. Oktober, eine neue Verbandsführung gewählt wurde: Erste Vorsitzende ist Carola Striebel, zweite Vorsitzende Julia Berghaus und der neue Schatzmeister heißt Holger Knoblauch. Wir gratulieren!

Aus der BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft

Neuerscheinung mit Vorbestellungsrabatt

Die aktuellste Version des bewährten CAT-Tools Trados Studio bietet eine Fülle von individuellen Anpassungs- und Einstellungsmöglichkeiten. Autorin Renate Dockhorn präsentiert in ihrem Ratgeber „SDL Trados Studio 2017 für Einsteiger und Umsteiger“ auf rund 700 Seiten mit zahlreichen Abbildungen Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu den Funktionen von Studio 2017, zum Alignment und zu MultiTerm 2017.

Bis zum 30. November kann der im Dezember erscheinende Band zum günstigen Subskriptionspreis von 39 € (statt später 49 €) vorbestellt werden. Das geht am einfachsten direkt über die Infoseite.

Aktuelle Webinare zu ausgewählten Themen

 

Praktisch und effizient – ortsunabhängige Weiterbildung am Bildschirm:

08.11.2017:
Strategisch klug ausrichten: Wie Sprachmittler mit einer cleveren Positionierung zum Erfolg kommen

09.–16.11.2017:
Deutsches Scheidungsrecht für Spanisch-Übersetzer

13.11.2017:
Memsource für Fortgeschrittene: Systemeinstellungen und Datenimport/-export 

15.11.2017:
Medizinische Übersetzer: Zulassungsunterlagen richtig übersetzen  

16.11.2017:
Datenschutz – Update: Aktuelles rund um den Datenschutz

23.11.2017:
Word strukturiert: Solides Handwerk bringt Zusatznutzen

 

Neben diesen nützlichen Online-Weiterbildungsangeboten können auch die bewährten kostenlosen Webinarreihen zu SDL Trados, memoQ, STAR Transit und Across auf der Website unter BDÜ-Webinare gebucht werden.

Für weiterführende Auskünfte können Sie sich zudem gerne an service@bdue.de wenden.

Vergünstigungen für Mitglieder

Zeit sparen dank effizientem Schnell-Lesen

Oft ist es im Übersetzer- und Dolmetscheralltag wichtig, den Inhalt eines Textes schnell zu erfassen. Von großem Vorteil ist es dabei, wenn die durchschnittliche Lesezeit zugunsten der eigentlichen Bearbeitung verkürzt werden kann. Schnelles und effizientes Lesen verbessert das Zeitmanagement und ist daher auch ein wichtiger betriebswirtschaftlicher Faktor. 

Das Schnell-Lesen kann man trainieren. Besonders gut klappt das mit dem Online-Kurs „Webcoached Speed Reading“ von Improved Reading. Mit der bewährten Trainer-Begleitung lässt sich ein optimales Ergebnis erzielen. Der Trainer beobachtet die Lernfortschritte, beantwortet Fragen, motiviert und liefert wertvolle Tipps. Über das interne Nachrichten-System gibt es regelmäßig Feedback zur bislang erreichten Leseeffizienz und zum individuellen Verbesserungspotenzial.

BDÜ-Mitglieder erhalten bei der Anmeldung zum Online-Training mit oder ohne Begleitung, das bisher für Deutsch und Englisch verfügbar ist, günstige Sonderkonditionen. Ausführliche Informationen und das Anmeldeformular gibt es in MeinBDÜ.

Weltweit mobil

Dolmetscher und Übersetzer sind überall auf der Welt unterwegs. Wollen sie dabei unabhängig mobil sein, können BDÜ-Mitglieder nun dank des mit dem Autovermieter Sixt abgeschlossenen Rahmenvertrages in vielen europäischen Ländern, den USA und Australien Fahrzeuge zu vergünstigten Konditionen anmieten. Eine Liste der Länder und die genauen Bedingungen wie z. B. die darin eingeschlossenen Versicherungen etc. sind auch hierfür in MeinBDÜ einzusehen. Darüber hinaus werden auch für Sixt Leasing, Sixt Unlimited, DriveNow und myDriver Rabatte im Rahmen des Großkundentarifs angeboten.

Warum sich eine BDÜ-Mitgliedschaft (auch) lohnt

Mitglied im größten Berufsverband für qualifizierte Dolmetscher und Übersetzer zu sein, hat viele Vorteile. Nicht zuletzt profitieren Verbandsmitglieder von zahlreichen Vergünstigungen bei Software, eigenen und externen Weiterbildungsangeboten, betriebswirtschaftlicher Unterstützung, Versicherungen, Rechtsberatung, Reisekonditionen (Hotelbuchungen, Fahrzeugvermietung) und vielem mehr. Eine Übersicht gibt es auf der Website und für Mitglieder ausführlicher auch in MeinBDÜ.

Aus der Branche

Kontroverse Diskussion zum Thema Maschinelle Übersetzung

Mit der Nachricht, es als deutsches Start-up den großen Global Playern zeigen zu wollen, schaffte es DeepL zum Herbstanfang in die Schlagzeilen. Mit ihrem neusten Ableger wollen die Macher des schon seit 2009 existierenden Online-Nachschlagewerks linguee auf dem Markt der automatisierten Übersetzung mitmischen. Erste positive Stimmen attestierten der neuen Übersetzungsmaschine verbesserte Qualität im Vergleich zu bestehenden Online-Übersetzungshilfen wie beispielsweise Google Translate. Allerdings bezog sich dies meist auf Sprachkombinationen mit der Weltsprache Englisch, die wohl auf die größten online frei verfügbaren Korpora als Basis zurückgreifen können.

Bei selteneren Sprachen waren u. a. auch BDÜ-Mitglieder nicht ganz so euphorisch. Und selbst für Englisch waren bei genauerem Hinsehen und Überprüfen doch einige bereits bekannte Schwierigkeiten festzustellen. Inhaltliche und grammatikalische Mehrdeutigkeit scheint der künstlichen Intelligenz auch weiterhin Probleme zu bereiten. Dies kann leicht zu Irritationen führen, insbesondere wenn es für die unbedarften Nutzer zwar „ganz gut und richtig“ klingt, ihnen aber gerade die Feinheiten gar nicht bewusst sind. Der BDÜ warnte daher in den eigenen und in verschiedenen externen Medien vor einer Nutzung im professionellen Kontext.

Datenschutz außen vor?

Kaum machte die Meldung zu DeepL die Runde, schlug auch schon die Nachricht zu einem massiven Datenleck in der Branche ein: Über translate.com waren vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit gelangt und für alle über eine gewöhnliche Google-Suche aufzufinden (Quelle: Translate.com Exposes Highly Sensitive Information in Massive Privacy Breach, Slator.com, 7. September 2017). Die überraschte und empörte Reaktion war umso erstaunlicher, als dass es sich hierbei nicht um einen Unfall oder eine willentliche Verletzung des Datenschutzes handelte. Die Informationen waren ganz legal, wenn auch offenbar aus Unwissenheit über die Eingabe in den Online-Übersetzer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

Kurz zuvor hatte noch Vizepräsident Ralf Lemster in einem Interview mit dem Deutschlandfunk auf die Gefahren bei der Nutzung von Online-Übersetzern hingewiesen, die über rein private Verständnishilfe hinausgeht. Und auch im VGSD-Beitrag zu DeepL meldete sich der BDÜ zu Wort. Im beruflichen, unternehmerischen, medizinischen oder rechtlichen Kontext birgt der vermeintlich kostensparende Verzicht auf professionelle menschliche Übersetzer und Dolmetscher ungeahnte, nicht selten auch finanziell schwerwiegende Risiken.

Informationssicherheit: Titelthema im MDÜ 4/2017

Auch in der zum Zeitpunkt der Geschehnisse aktuellen Ausgabe unserer Fachzeitschrift MDÜ wurde das Thema schwerpunktmäßig von verschiedenen Seiten beleuchtet.

In ihrem als kostenlose Leseprobe verfügbaren Beitrag geht Autorin Christine Bruckner ausführlich auf die Gefahren ein, die bei der Nutzung der inzwischen in allen CAT-Tools gängigen Plug-ins und ähnlicher Hilfsmittel drohen, die automatisch und ungesichert auf Inhalte im Netz zugreifen. Zudem gibt sie Tipps, wie diese Sicherheitsrisiken vermieden werden können. Auftraggeber erhalten außerdem Empfehlungen, worauf in diesem Zusammenhang zu achten ist und wie sie ihre Sprachdienstleister unterstützen können. Damit alle auf der sicheren Seite sind.


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