Einsatzarten – Dolmetschsituationen

Fernsehdolmetschen

siehe Mediendolmetschen

Flüsterdolmetschen (Chuchotage)

siehe unter Dolmetschtechniken

Gerichtsdolmetschen

Der Dolmetscheinsatz findet bei Gericht (in Vorverhandlungen, Verhandlungen, Besprechungen) statt. Prinzipiell können hier sämtliche Dolmetschtechniken zur Anwendung kommen. Häufig arbeiten Gerichtsdolmetscher jedoch mit den Techniken Flüsterdolmetschen und Konsekutivdolmetschen.

Konferenzdolmetschen (Oberbegriff)

Einsatz einer oder mehrerer der vier grundlegenden Dolmetschtechniken, die bei einer Konferenz zur Anwendung kommen können:

  • Simultandolmetschen bei Sitzungen, Kongressen usw.
  • Konsekutivdolmetschen für 4-Augen-Gespräche, Delegationsverhandlungen usw.
  • Flüsterdolmetschen für 1-2 fremdsprachige Vertreter in einer kleinen Sitzung, bei einer Führung usw.
  • Gesprächsdolmetschen bei Verhandlungen, Tischgesprächen usw.

Konsekutivdolmetschen

siehe unter Dolmetschtechniken

Mediendolmetschen

Der Dolmetscheinsatz findet im Auftrag eines Medienträgers (Fernsehen, Radio usw.) statt. In der Regel kommt hier als Dolmetschtechnik das Simultandolmetschen zum Einsatz.

Public Service Interpreting (auch: Community Interpreting)

Solche Dolmetscheinsätze finden meist für Einzelpersonen in öffentlichen Einrichtungen im weitesten Sinne statt, d.h. in Krankenhäusern, bei Ärzten, bei Ämtern usw. Die Tätigkeit setzt spezielle Kenntnisse voraus, die im Hinblick auf die nötige Qualitätssicherung und die mit dieser Arbeit verbundene Haftung gemäß BGB entsprechend ausgebildete Fachkräfte erfordert. Hierfür wurden bereits die ersten Ausbildungs- bzw. Studiengänge (in Vollzeitausbildung) an Instituten eingerichtet, die sich auf die Dolmetscher- und Übersetzerausbildung anerkanntermaßen spezialisiert haben.

Relais-Dolmetschen (Dolmetschen mit Pivot)

Bei mehr als zwei Konferenzsprachen kann es vorkommen, dass eine Kabine die momentan gesprochene Sprache nicht direkt in die Zielsprache dolmetschen kann.

In diesem Fall ermöglicht die Simultantechnik es dem Dolmetscher, sich auf einen sogenannten Pivot-Kanal („in das Relais“) zu schalten, von dem die Verdolmetschung des aktuellen Redebeitrags aus einer der anderen Kabinen übernommen werden kann. In Deutschland ist der Pivot-Kanal üblicherweise der deutsche Kanal.

Beispiel: Bei der Sitzung eines europäischen Betriebsrats wird der Beitrag eines portugiesischen Redners von der „portugiesischen Kabine“ ins Deutsche gedolmetscht. Die anderen Kabinen (Englisch, Französisch, Spanisch, Schwedisch) übernehmen diese deutsche Verdolmetschung aus dem Relais und verdolmetschen sie in ihre Zielsprachen.

Simultandolmetschen

siehe unter Dolmetschtechniken

Verhandlungsdolmetschen

Dolmetschen bei Verhandlungen. Hierfür sind – je nach Situation, Zuhörerkreis, Sprachenvielfalt und Komplexität der Gespräche – sämtliche Dolmetschtechniken denkbar.

Vortragsdolmetschen

Verdolmetschung von Vorträgen. Bei einem zweisprachigen Publikum kann dies durch Konsekutivdolmetschen erfolgen, bei mehr als zwei Sprachen durch Simultandolmetschen.

zurück zurück