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Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V.

Qualitätssicherung bei Übersetzungen


Mehr noch als bei anderen Berufen ist es wichtig, dass Übersetzer qualitativ hochwertige Produkte liefern:

Ein falsches Wort in der Bedienungsanleitung, und die Maschine setzt möglicherweise aus.
Eine falsche Formulierung im Werbetext, und das Produkt wird
möglicherweise ein Flop im Ausland.

Seit fast 60 Jahren setzt sich der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) für Qualität in der Ausbildung der Übersetzer und Dolmetscher sowie für ständige berufliche Weiterbildung seiner Mitglieder ein und stellt hohe Qualifikationsanforderungen an die Aufnahme von Mitgliedern des Berufsverbands.

Norm für Übersetzungsdienstleistungen

Seit 1. August 2006 gibt es die Norm DIN EN 15038 Übersetzungs-Dienstleistungen – Dienstleistungsanforderungen, die als Orientierung in Sachen Qualitätsmanagement sowohl für die Kunden, d.h. die Abnehmer von Übersetzungsdienstleistungen, als auch alle am Übersetzungsprozess Beteiligten dient. Sie definiert Mindestanforderungen an die Erbringer von Übersetzungsdienstleistungen und gilt – im Gegensatz zur deutschen Vorläufernorm DIN 2345, die zum 31.12.2006 vom Deutschen Institut für Normung zurückgezogen wurde – europaweit.

Die Norm stellt unmissverständlich klar – qualifizierte Übersetzungsdienstleistungen setzen qualifizierte Prozesse zur Erbringung der Dienstleistung voraus:

  • persönliche Kompetenz und Qualifikation von Übersetzern, Korrekturlesern und anderen am Übersetzungsprozess Beteiligten (z.B. höhere Übersetzungsausbildung, Hochschulabschluss oder fünf Jahre nachweisliche professionelle Übersetzungserfahrung)
  • ein dokumentiertes System qualitätssichernder Maßnahmen (Dokumentation der Ausbildung, der regelmäßigen Weiterbildung und des Kundenfeedbacks)
  • angemessene technische Ausstattung des Übersetzungsdienstleisters
  • Dokumentation der Einhaltung der festgelegten Übersetzungsprozesse
  • Einhaltung der Kundenanforderungen hinsichtlich Sprache, Stil, Terminologie
  • Vier-Augen-Prinzip: die Kontrolle der übersetzten Texte durch eine andere Person als den Übersetzer, die aber die gleiche Kompetenz wie der Übersetzer aufweist und zusätzlich Übersetzungserfahrung in den relevanten Themenbereichen haben soll.

Hohe Qualifikation der im BDÜ organisierten Dolmetscher und Übersetzer

Die Qualifikationsanforderungen, die der BDÜ an seine Mitglieder stellt und deren Erfüllung der Verband vor der Aufnahme überprüft, gehen über die in der Norm definierten Mindestvoraussetzungen hinaus.

Endkunden sowie Übersetzungsdienstleister, die „normkonform” arbeiten wollen, können sich darauf verlassen, dass sie mit einem qualifizierten Übersetzer zusammenarbeiten, wenn sie diesen aus der Mitgliederdatenbank des BDÜ auswählen.

Es gibt verschiedene Wege für Kunden, sich über das Qualitätsmanagement des Übersetzers zu informieren:

  • eine Eigenerklärung des Übersetzers
  • eine Überprüfung der Qualitätssicherungsprozesse des Übersetzers durch den Auftraggeber oder
  • eine Zertifizierung durch eine unabhängige dritte Stelle

Übersetzer, die sich selbst verpflichten, nach dieser Norm zu arbeiten, können sich in Deutschland beim Zertifizierungsunternehmen DIN CERTCO registrieren lassen und das DIN-geprüft-Zeichen verwenden. Damit zeigen sie nach außen, dass Sie alle Forderungen der Norm einhalten. Wenn es nachweisbar Beanstandungen gibt, dass ein Anbieter diese Norm nicht einhält, wird die Führung des Zeichens aberkannt.

Eine Prüfung der Einhaltung der Norm durch Dritte erfolgt, wenn ein Übersetzungsdienstleister sich bei einem Zertifizierungsunternehmen zertifizieren lässt. Unabhängige Auditoren prüfen im Hause des Dienstleisters, ob er die Prozesse gemäß der Norm gestaltet hat und die Anforderungen erfüllt. Diese Möglichkeit bietet Language Industry Certification System (LICS) an. Die Zertifizierung gilt sechs Jahre. Danach muss sich der Dienstleister erneut einem Audit stellen.
Wie andere Industrieunternehmen auch kann sich ein Übersetzungsdienstleister nach der DIN 9001 zertifizieren lassen. Das ist insbesondere für größere Büros interessant, die als Zulieferer für DIN-9001-zertifizierte Industrieunternehmen tätig sind. In diesem Fall definiert der Dienstleister die Übersetzungs- und Prüfprozesse selbst und lässt sie von unabhängiger Stelle überprüfen.

Die Wirkung, die eine Norm am Markt entfaltet, hängt letztlich immer davon ab, ob und wie weit sie vom Markt angenommen wird. Dass dieser Markt sich nicht nur auf Europa beschränkt zeigt das aktuelle Normungsvorhaben auf globaler (ISO) Ebene. Vielleicht gibt es noch in diesem Jahr die Nachfolgenorm der DIN EN 15038, die DIN ISO 17100, der man wünscht, dass sie sich weltweit sowohl unter qualifizierten Anbietern von Übersetzungsdienstleistungen als auch unter deren Auftraggebern im wahrsten Sinne des Wortes zum „Standard” entwickelt. Auch auf dem Gebiet des Dolmetschens wird zur Zeit auf nationaler und internationaler Ebene an der Entwicklung von Normen gearbeitet.

Alle Formen der Konformitätsbewertung wünschenswert

Nach Ansicht des BDÜ sind alle Formen der Konformitätsbewertung nach der DIN EN 15038 grundsätzlich gleichberechtigt und in einem heterogenen Übersetzungsmarkt auch wünschenswert.

Gleichzeitig wird der BDÜ gegebenenfalls gegen solche Anbieter von Übersetzungsdienstleistungen vorgehen, die nachweislich wahrheitswidrig Konformitätserklärungen abgegeben haben oder nach Erlangung einer Zertifizierung die Forderungen der Norm in der Praxis nicht einhalten. Die Wirkung, die eine Norm am Markt entfaltet, hängt letztlich immer davon ab, ob und wie weit sie vom Markt angenommen wird. Der Norm DIN EN 15038 ist zu wünschen, dass sie sich sowohl unter qualifizierten Anbietern von Übersetzungsdienstleistungen als auch unter deren Auftraggebern im wahrsten Sinne des Wortes zum „Standard” entwickelt.

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